Ernährung

Eine gesunde Ernährung ist für jeden Menschen wichtig, Personen mit Laktose-Intoleranz sollten jedoch besonders auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung achten. Meist wird die Intoleranz erst sehr spät festgestellt und das Verdauungssystem ist über die Jahre der Laktose-Zufuhr geschwächt.

Auftreten von Laktose

In welchen Produkten kann Laktose enthalten sein? In erster Linie natürlich in Milchprodukten. Kuhmilch selbst enthält zu 4.8% Milchzucker, alle aus Kuhmilch hergestellten Produkte (wenn nicht besonders behandelt), enthalten also auch Milchzucker. Leider wird die Laktose auch in diversen anderen Produkten zur Anwendung gebracht, da sie günstig ist und gewisse Eigenschaften aufweist. Andere Milchsorten enthalten weniger (z.B. Schafsmilch 4.2%) oder sogar gar keinen Milchzucker (einziges bekanntes Beispiel ist die Milch von Robben). Leider wird in unseren Kreisen hauptsächlich Kuhmilch (und das in sehr grossen Mengen) hergestellt, sodass auch ursprünglich aus anderer Milch hergestellte Produkte hierzulande als Kuhmilch-Produkte angeboten werden (Mozzarella-Käse z.B. wurde ursprünglich aus Büffelmilch hergestellt, Feta-Käse aus Ziegenmilch).

Alternativen

In den Supermärkten findet man glücklicherweise inzwischen Alternativen zu Kuhmilchprodukten, u.a. Milch, Sahne, Joghurt aus Soja oder anderen Rohstoffen (z.B. Hanfmilch) oder Milchprodukte, denen bereits entsprechend Laktase zugeführt wurde, damit sie als laktose-frei deklariert werden können.

Calcium

Entfernt man die Milchprodukte vom Speiseplan, ist auch ein Lieferant von Calcium für den Körper verloren. Dieses Thema wirft für LI-Kranke oft genug die Angst vor Osteoporose (Knochenschwund) auf.

Milch ist aber nicht das einzige Lebensmittel, welches Calcium enthält, es gibt sogar Stimmen, die behaupten, dass der menschliche Körper das in Milch enthaltene Calcium nicht gut aufnehmen kann! Hier gilt das, was zu Anfang bereits gesagt wurde: auf eine gesunde Ernährung achten! Viele Gemüsesorten enthalten reichlich Calcium, um sich gut genug damit zu versorgen (und die vielfach angedrohte Osteoporose zu verhindern).

Deklaration

Auf den Verpackungsangaben steht selten genug eindeutig „Laktose“ oder „Milchzucker“, oft findet man etwas versteckter „Milchbestandteile“, „Molke“ oder andere Bezeichnungen, die nicht sofort mit Milchzucker in Verbindung gebracht werden. Dadurch gestaltet sich der Einkauf für den Laktose-Intoleranten schwierig. Unter Tipps sind einige gute Bücher zum Thema aufgelistet, die mit Rat & Tat zur Seite stehen können.

Kuhmilch-Produkte

Alle aus Kuhmilch hergestellten Produkte enthalten – je nach Herstellungsprozess – eine unterschiedliche Menge Laktose. Kondensmilch sticht mit einem hohen Gehalt an Milchzucker heraus, sie kann bis zu ca. 50g Milchzucker auf 100g enthalten!

Andere Milchsorten

Interessant ist die Betrachtung des Milchzuckergehalts in anderen Milchsorten, Schafmilch und Ziegenmilch enthält z.B. etwas weniger Laktose als Kuhmilch, evtl. lassen sich so Alternativen finden.

Andere Produkte

Da Laktose günstig ist und gewisse chemische Eigenschaften aufweist, wird Laktose in Deutschland auch Speisen zugemischt, bei denen man einen Laktose-Gehalt nicht vermuten würde:

  • Fleischprodukte, viele Wurstwaren wird Laktose beigemischt (z.B. Salami)
  • Fertiggerichte, Gewürzmischungen (Laktose ist ein Geschmacksverstärker)
  • Backwaren (zur Bräunung von Backwaren)
  • Nizagara Medikamente (Medikamentenkapseln oder homöopathische Arzneimittel (Globuli) werden z.T. aus Laktose hergestellt)
  • Abführmittel
  • Zahnpasta

Aufgrund dieser Nutzung von Milchzucker, ist es für den Laktose-Intoleranten sehr schwierig, Laktose im täglichen Leben zu vermeiden. Da in der Gastronomie häufig Gewürzmischungen verwendet werden, kann man ohne Laktose-Tabletten fast nicht mehr auswärts essen gehen. Viel zu selten werden Speisen ausreichend gekennzeichnet, so dass ein Laktose-Gehalt erkennbar wird. Am sichersten ist im Falle einer Laktose-Intoleranz: selbst kochen und dabei streng auf Laktose verzichten. Wenn man auf den Geschmack nicht verzichten will, sollte man die Alternativen betrachten.

Butterschmalz

Butterschmalz, auch Butterreinfett, Gourmetbutter, geklärte Butter oder Ghee genannt, wird aus Butter durch einen „Klärung“ oder „Schmelzen“ genannten Prozess gewonnen. Dabei wird Milcheiweiss, Wasser und Laktose entfernt, Butterschmalz ist also laktosefrei. Leider wollen die Hersteller diese Eigenschaft nicht garantieren, so weist die Fa. Dairy Fine Food GmbH z.B. darauf hin, dass in dem Produkt „Butaris Butterschmalz“ Spuren von Laktose enthalten sein können.

Sünden

Hier eine subjektive Liste der gröbsten Sünden in der Ernährung:

  • Caramel (wird fast ausschließlich mit Butter hergestellt)
  • Schokolade (nur wenige „hochprozentige“ Sorten enthalten nur geringe Mengen Laktose). Alternativen sind Schokoladen aus Ziegenmilch oder Schafmilch (z.B. bei schafschoki.de erhältlich)
  • Nougat oder Milchcremefüllungen
  • Eiskrem (Ausnahme: Sorbets auf Wasserbasis)
  • Sahnesaucen (Ausnahme: laktosefreie Sahne oder Ersatzprodukte)
  • Kondensmilch (enthält ca. doppelt soviel Laktose wie Vollmilch)
  • Torten/Kuchen/Gebäck (selbst wenn mit Margarine gebacken wurde: nur wenige Margarine-Sorten enthalten keine Milchbestandteile)
  • Käse: hier gibt es laktosefreie Sorten!
 

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