Diagnose

Grundsätzlich wird zwischen einer primären und sekundären Laktose-Intoleranz unterschieden, die primäre LI basiert auf einer genetischen Differenz (leider allzu oft „Gendefekt“ bezeichnet), wurde also vererbt und die sekundäre LI ist erworben. Auf welche Weise man intolerant werden kann, ist m.E. noch nicht hinreichend erforscht, es gibt Andeutungen, dass man z.B. durch

  • eine Darmerkrankung (z.B. Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Zöliakie, andere Infektionen)
  • (Übermäßige) Anwendung von Antibiotika

laktose-intolerant werden kann. Eine Laktose-Intoleranz kann auf verschiedene Arten diagnostizert werden:

Weglass-Diät

Diese Methode (der Selbsttest) ist in meinen Augen die praktischste und einfachste, Sie brauchen keinen Arzt, kein Labor oder aufwändige Messgeräte. Vermeiden Sie Laktose für einen Zeitraum von 1-2 Wochen und beobachten dabei, ob Ihre Beschwerden sich bessern oder überhaupt noch auftreten. Verbessert sich dabei Ihre Situation, kann man fast schon sicher sein, dass eine LI vorliegt. Leider ist es alles andere als einfach, Laktose ganz zu vermeiden, da sie in den verschiedensten Nahrungsmitteln enthalten ist und oft genug versteckt wird. Der sicherste Weg, Laktose ganz zu vermeiden ist die eigene Küche, nur hier kann man sämtliche Zutaten kontrollieren. Oft genug ist selbst in gehobenen Restaurants unklar, ob Laktose verwendet wurde (Laktose ist oft in Fertig-Saucen oder „Küchenhelfern“ enthalten).

Zuführung von Laktase

Wenn sich bei Einnahme von Laktase (z.B. in Tablettenform) und gleich bleibendem Ernährungsverhalten das Befinden verbessert und sich die Beschwerden reduzieren, kann auch von einer Laktose-Intoleranz ausgegangen werden. Leider ist unklar, wie hoch die Dosierung für jeden Einzelnen sein muss, da eine Laktose-Intoleranz in ganz unterschiedlichen Graden auftreten kann. Auch hier sollte man einen Zeitraum von 1-2 Wochen ins Auge fassen, damit dem Verdauungsapparat genug Zeit gelassen wird, um sich umzustellen.

H2-Atemtest

Da bei der „Verdauung“ von Laktose ohne Laktase Wasserstoff (H2) entsteht, kann durch Messung des Wasserstoffgehalts in der Atemluft eine Laktose-Intoleranz nachgewiesen werden. Dieser Test muss in einem entsprechenden Labor ausgeführt werden. Dazu sollte man sich mindestens einen Tag frei nehmen, weil dem Probanden während der Messungen eine grosse Menge Laktose zugeführt wird, was bei Laktose-Intoleranten natürlich zu starken Beschwerden führt. Ein Vorteil des H2-Atemtests: man kann den Grad der LI feststellen. Nicht jeder ist in gleichem Masse intolerant.

Blutzucker-Test

Genauso wie beim H2-Atemtest kann man auch in einem Laborversuch den Blutzucker im Blut bei Gabe von Laktose messen (anstelle vom Wasserstoff). Bei Laktose-Intoleranten wird der Milchzucker nicht in Einfachzucker aufgespalten und erhöht also auch nicht den Blutzuckerspiegel. Hier gelten die gleichen Risiken und Vorteile wie beim H2-Atemtest: evtl. werden starke Beschwerden provoziert aber man kann den Grad der LI messen.

Bluttest

Etwas umstritten ist der Immunglubolin-Test (igG-Test) zum Nachweis einer Laktose-Intoleranz.

Gentest

Manche Labors bieten als weiteren Bluttest einen Gentest an, der die vererbte Unfähigkeit, Laktase zu produzieren, anzeigen kann. Eigentlich ein sicherer Test für eine vererbte, primäre LI, jedoch ist es in beiden Fällen (Ergebnis negativ wie positiv) möglich, dass trotzdem eine angeworbene LI vorliegt bzw. auch nicht vorliegt.

Gewebeprobe

Bei einer Coloskopie (Darmspiegelung) wird eine Gewebeprobe vom Dünndarm entnommen. Diese Probe kann auf ihre Fähigkeit, Laktase zu erzeugen getestet werden.

 

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